Reglement

MINERGIE-Modul Leuchten

Das aktualisierte Reglement und Nachweisverfahren zur Vergabe des MINERGIE-Labels für Leuchten wurde per 26. März 2015 in Kraft gesetzt.

Zum Reglement: Reglement Minergie Leuchten

Dazu folgende Anhänge:
Anhang 1: Anforderungen
Anhang 2: Messverfahren
Anhang 3: Gebühren

 

Anhang 1: Anforderungen

 

TYPOLOGIE

Ab 1.1.2014 sind nur noch Leuchten mit LED-Leuchtmitteln zulässig. Bisherige Leuchten mit Leuchtstoff- und Entladungslampen, welche die Anforderungen erfüllen, können das Zertifikat behalten.

 

ENERGIEEFFIZIENZ

Als Beurteilungsgrösse für die Energieeffizienz einer MINERGIE®-Leuchte wird die Leuchtenlichtausbeute verwendet. Diese ist definiert als Quotient des Gesamtlichtstroms und der Systemleistung einer Leuchte. Eine Leuchte setzt sich in der Regel aus einem Betriebsgerät, einem Leuchtmittel, einer Optik zur Lichtlenkung (z.B. Reflektor) und ggf. einem integrierten Lichtsensors zusammen. Die Anforderungen werden für verschiedene Leuchtenkategorien in Funktion des Gesamtlichtstroms festgelegt. Die verwendeten Funktionen basieren auf derjenigen der Energieetikette für Lampen (EU-Verordnung Nr. 874/2012). Im Unterschied zur EU-Verordnung werden die Energie-Effizienz-Indizes (EEI) für Minergieleuchten auf den Gesamtlichtstrom (und nicht Nutzlichtstrom) bezogen. Die Verlustleistung des Betriebsgerätes ist bei Minergie (im Unterschied zur EU-Verordnung) im EEI inkludiert. Um Verwechslungen vorzubeugen wird statt des EEI ein Leuchtenkorrekturfaktor fL definiert.

Für Φ ges < 1300 lm: Minergieanforderung (lm/W) = fL * Φges / (0.88 * √Φges + 0.049 * Φges)
Für Φ ges ≥ 1300 lm: Minergieanforderung (lm/W) = fL * 13.6261
Φ ges = Gesamtlichtstrom der Leuchte
fL =   Leuchtenkorrekturfaktor
Leuchtenkategorie Leuchtenkorrekturfaktor fL Anforderung an die Lichtausbeute ≥ 1300 lm
Stehleuchten 5.1378 70 lm/W
Pendelleuchten 4.7717 65 lm/W
Deckenanbauleuchten
Deckeneinbauleuchten
Downlighter
Nassraumleuchten
Industrieleuchten
4.4046 60 lm/W
Strahler
Tischleuchten
Wallwasher
Wandleuchten
4.0376 55 lm/W
Die Leuchtenkorrekturfaktoren werden jährlich überprüft und entsprechend der technischen Entwicklung angepasst.

 

Anforderungen Minergieleuchten_2016

 

LEISTUNGEN IM STANDBY

Die elektrische Leistung im Standby ist auf folgende Werte begrenzt:

  • Ungeregelte und nicht dimmbare Leuchten: 0 Watt
  • Leuchten mit dimmbaren Vorschaltgeräten: 0,5 Watt
  • Stehleuchten und andere Leuchten mit integrierter Tageslicht- oder Präsenz-Regulierung: 0,5 Watt
  • Bei Industrieleuchten mit einer Leuchten-Lichtausbeute > 100 lm/W ist ein Standby von max. 1% der Anschlussleistung zulässig.

 

BEGRENZUNG DER BLENDUNG 

  • Es sind zwei UGR Werte (Blickrichtung quer bzw. parallel zur Leuchtenachse) anzugeben. Die Abstufung erfolgt in 4 Klassen: <16, <19, <22, <25.
  • Blendbegrenzung der Leuchte nach UGR im Standardraum für MINERGIE®-Leuchten: höchstens 25.

Bemerkung: Sind die Raumabmessungen und die Reflexionsgrade zum Zeitpunkt der Planung nicht bekannt, so kann eine Referenzsituation zur Berechnung des UGR-Wertes herangezogen werden. Als Referenzsituation sind die relativen Raumabmessungen 4 H / 8 H eines mittleren Raumes bei der Reflexionsgradkombination 0,7 / 0,5 / 0,2 festgelegt. Der Abstand der Leuchten beträgt ¼ der Lichtpunkthöhe (S = 0.25). (siehe LiTG-Publikation Nr. 20).

 

WEITERE ANFORDERUNGEN

  • Der Farbwiedergabeindex Ra (oder CRI) ist der Mittelwert der Farbwiedergabeeigenschaften von 8 typischen Farben. Temperaturstrahler weisen mit 100 den höchsten Farbwiedergabeindex auf. Der Farbwiedergabeindex für Minergieleuchten muss min. Ra = 80 betragen, für Industrieleuchten min. Ra = 70.
  • Als Lebensdauer wird die Zeit bezeichnet, nach welcher 50% der LED-Leuchten eines Leuchtentyps noch mindestens 70% des An-fangslichtstroms aufweisen (nach CDV IEC 62717 bzw. CDV IEC 62722-2-1). Die minimale Lebensdauer von Minergieleuchten beträgt 30’000 h.
  • Bei einer LED-Leuchte mit variablen Farbtemperaturen wird diejenige mit der tiefsten Energieeffizienz (in der Regel warmweiss) angegeben; auch die Werte zur Energieeffizienz beziehen sich auf diese Farbtemperatur. Angaben zur Temperaturmodulation können im beschreibenden Text gemacht werden.

 

Anhang 2: Messverfahren

 

MESSLABOR

Ein zugelassenes Messlabor muss entweder nach EN ISO 17025 (Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien) akkreditiert sein oder über ein gültiges Manufacturer Performance Laboratory (MPL)-Agreement mit einer Prüfstelle verfügen. Messungen eines autorisierten, staatlichen Messlabors werden anerkannt, in der Schweiz das eidgenössische Institut für Metrologie, http://www.metas.ch/content/metas/de/home.html

Basis für die Zulassung von Messlabors bilden folgende Normen:EN ISO/IEC 17025: Anforderungen an die Prüf- und Kalibrierlaboratorien

  • SN EN 13032-1+A1: Messung und Darstellung von photometrischen Daten von Lampen und Leuchten, Teil 1: Messung und Datenforma
  • prEN13032-4: Messung und Darstellung von photometrischen Daten von Lampen und Leuchten, Teil 4: LED Lampen, Module und Leuchten

Messungen eines autorisierten, staatlichen Messlabors werden anerkannt, in der Schweiz das eidgenössische Institut für Metrologie, www.metas.ch

 

MESSUNG DER LEUCHTE 

Die Messung der Lichtstärkeverteilung hat gemäss EN 13032-1 bzw. prEN 13032-4 zu erfolgen.

  • Für die Lichtstärkeverteilungsmessung müssen C-Ebenen in max. 15-Grad-Schritte (24 Schritte für 360°), die γ-Winkel in min. 5-Grad-Schritten (19 Schritte für direkt strahlende, 37 Schritte direkt-indirekt strahlende Leuchten) gemessen werden.
  • Die Messung der Leuchten erfolgt nach Erreichung des thermisch stabilen Betriebszustandes bei einer Umgebungstemperatur von 25°.
  • Im Unterschied zu Leuchten mit Leuchtstofflampen wird für LED-Leuchten kein Leuchten-Betriebswirkungsgrad ermittelt. Das bedeutet, dass die Messung der Lam-pe im ausgebauten Zustand entfällt und nur die zusammengebaute LED-Leuchte gemessen wird. Der Leuchten-Betriebswirkungsgrad in der EULUM-Datei wird auf 100% gesetzt.
  • Die Messung des Farbwiedergabeindex und der Farbtemperatur erfolgt im Nadir- bzw. Zenit (bei rein indirekten LED-Leuchten) der Verteilung oder integral in einer U-Kugel.
  • Die Messung der elektrischen Leistung muss mit einem Watt-Meter der Güteklasse 2 (gemäss IEC 62052-11 Ed.1.0) oder besser durchgeführt werden.
  • Für Leuchten mit dimmbaren Betriebsgeräten kann die gemessene Anschlussleistung der Leuchte ohne dimmbares Betriebsgerät verwendet werden.
  • Die Messunsicherheit für den Leuchten-Betriebswirkungsgrad bzw. die Lichtausbeute muss nicht für jede Leuchte einzeln, sondern bei der Erstanmeldung des Labors ausgewiesen wer-den. Die Messunsicherheiten müssen für alle Messungen mit einem Vertrauensintervall von >95% angegeben werden.

 

ABLEITUNG VON MESSUNGEN

  • Der Messaufwand für eine ganze Leuchtenfamilie (insbesondere grosser Serien) ist messtechnisch nicht zu bewältigen. Um dennoch für alle Leuchten lichttechnische Daten zur Verfügung zu stellen, können Messdaten abgeleitet werden.
  • Dieses Prinzip darf nur für identische Leuchten mit annähernd gleichen Optiken (Raster, Abdeckungen, Reflektoren,…) angewendet werden.
  • Der Hersteller übernimmt die Verantwortung für die korrekte Anwendung von Originalmessungen auf abgeleitete Messungen.

 

Anhang 3: Gebühren

Die Zulassung von Herstellern und die Zertifizierung von Leuchten unterliegen einer Gebührenordnung. Die Gebühren werden dem Antragsteller nach erfolgter Zertifizierung respektive Akkreditierung in Rechnung gestellt.

 

FÜR DIE ZULASSUNG VON HERSTELLERN 

Die Zulassung eines Herstellers, eingeschlossen die Zertifizierung einer Leuchte, beträgt einmalig 2’500 Fr. Ein zugelassener Hersteller, der keine Minergieleuchten mehr gelistet hat, wird automatisch aus der Liste der Hersteller gestrichen. Für die Wiederzulassung gelten dieselben Bedingungen wie für einen neuen Hersteller.

 

FÜR DIE ZERTIFIZIERUNG VON LEUCHTEN 

Für die Zertifizierung von Leuchten nach erfolgter Zulassung des Herstellers gelten folgende Gebühren:

1 bis 4 Leuchten
5 bis 10 Leuchten
11 bis 50 Leuchten
51 und mehr Leuchten
CHF  500.00   pro Leuchte
CHF  400.00   pro Leuchte
CHF  300.00   pro Leuchte
CHF  200.00   pro Leuchte

Für jede Leuchte einer Leuchten-Kategorie mit eigener Lichtverteilkurve wird eine Gebühr fällig.

 

JAHRESGEBÜHREN

Pro Kalenderjahr wird ein Jahresbetrag für Aktivitäten zur Stärkung der Marken Minergie und Minergieleuchten bei Bauherren, Behörden, Planern etc. verrechnet.

Für die Pflege der Datenbank sowie die Führung der Leuchtenliste fallen zusätzliche Jahresgebühren in Abhängigkeit der Anzahl der gelisteten Leuchten auf toplicht.ch an.

1 bis 4 Leuchten
ab der 5. Leuchte
ab der 44. Leuchte
CHF         250.00 pro Leuchte
CHF           25.00 pro Leuchte
CHF     3’000.00 pauschal

Die Jahresgebühren für die Listung der Minergieleuchten auf www.toplicht.ch sind am Anfang des Kalenderjahres zu begleichen. Mit der Bezahlung erhalten die Leuchten jedes Jahr ein neues Zertifikat mit der gültigen aktuellen Jahreszahl. Ab 10 neu zertifizierten Leuchten je Kalenderjahr entfallen die Jahresgebühren für Leuchten. Die bezahlten Beiträge werden mit den neuen Zertifizierungsgebühren verrechnet.

 

UPGRADE BEREITS ZERTIFIZIERTER LEUCHTEN 

Werden bereits zertifizierte LED-Leuchten im Zuge der technischen Entwicklung mit neuen, leistungsstärkeren LED-Modulen ausgerüstet, ohne dass dabei an der Leuchte selber Veränderungen vorgenommen werden – namentlich bei der Optik – können die Leuchten neu zertifiziert werden und es fallen nur 50% der üblichen Zertifizierungsgebühren an.

 

VERWENDUNG DER MITTEL 

Die Zertifizierungsgebühren werden ausschliesslich für folgende Zwecke verwendet:
Aufbau und Unterhalt der Zertifizierungsstelle

  • Zertifizierungen
  • Arbeit der Labelkommission
  • Durchführung von Stichproben
  • Lobbying bei Bauherrschaften, Planern und Herstellern für energieeffiziente Produkte
  • Bekanntmachung im Internet und in Printprodukten
  • Lizenzabgabe an MINERGIE (20%)

 

ANPASSUNG DER GEBÜHREN 

Die Gebühren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. S.A.F.E. arbeitet nicht gewinnorientiert.